Der Moriquar-Ordens

Die Geschichte

Vor langer Zeit lebte in den fernen Landen ein weiser Mann namens Moriquar. Er entschied sich für ein Leben fernab jeglicher Zivilisation und widmete seine Zeit fortan der Meditation und den philosophischen Studien. Sein Ziel war es, eine größtmögliche Einheit, ja eine Harmonie, zwischen Körper und Geist zu erlangen. Sein Interesse galt außerdem den Elementen, deren Wesen zu ergründen, ihm am Herzen lag.

So kam es, daß ihm eine Ehre zuteil wurde, die bis heute ihresgleichen sucht. Die Elemente befanden Moriquar für würdig und boten ihm einen Pakt an. Ihm sollte es von nun an möglich sein, die Hilfe der Elemente in Anspruch zu nehmen, wann immer es ihm nötig erschien.

Als sich seine Lebenszeit dem Ende zuneigte, beschloß Moriquar, in bewohnte Gebiete zurückzukehren, um Schüler zu suchen, denen er sein Wissen und seine Lehre übergeben würde. Er erwählte Schüler, einen für jedes Element (Erde, Feuer, Wasser, Luft).

Seine Schüler gründeten in Moriquars Namen eine Schule, die regen Zulauf hatte, aber nur die tugendhaftesten, stärksten und intelligentesten wurden aufgenommen, die Lehre zu empfangen. Denn der Lehrplan enthielt, um die Einheit von Körper und Geist zu erreichen, auch den Umgang mit den Elementen, eine umfassende Beschäftigung mit den Wissenschaften sowie die Kampfkunst.

Moriquar sah zufrieden, daß sein Wissen in guten Händen und verließ die Gemeinschaft als sein Tod sich ankündigte.

Im Laufe der Jahrhunderte wuchs die Schule immer weiter. Eine Kapelle zu Ehren des Moriquar wurde errichtet, dann ein Tempel, in dem ihm gottähnliche Verehrung wiederfuhr. Die Priester des Moriquar erfreuten sich ob ihrer Weisheit bald großer Beliebtheit als Ratgeber an den Höfen der Herrscher, Mächtigen und Reichen. Da ihr Tempel auch dem einfachen Volk offenstand und sie von den Armen kein Entgelt für ihre Dienste verlangten, wurde ihnen auch in dieser Schicht Verehrung entgegengebracht. Und der Pakt mit den Elementen sicherte ihnen so große Macht, wie sie ein Mann nur erlangen konnte.

Doch im Laufe der Zeit fanden die Priester Gefallen an ihrer Macht und ihrem Einfluß. Sie genossen den Luxus und die Annehmlichkeiten eines Lebens bei Hofe. In der Ordensgemeinschaft bildeten sich zwei Strömungen. Die einen strebten nach politischer Macht, um Moriquars Lehre auf diese Weise besser verbreiten zu können und den Erhalt des Tempels zu sichern. Die anderen hielten dies für eine Pervertierung der eigentlichen Lehre.

Der Graben zwischen diesen Fraktionen wurde immer breiter und schließlich kam es zum Krieg. Die Auseinandersetzung war das Schlimmste, was die Menschen jemals gesehen hatten. Da beide Seiten über die Elemente geboten, konnte ein einzelner Priester ganze Landstriche verwüsten, verbrennen oder überfluten. Tausende Unschuldiger starben in den entfesselten Gewalten.

Schließlich kündigten die Elemente den Pakt mit den Priestern. Auf diese Weise ihrer Macht beraubt, trafen sich die wenigen überlebenden Priester beider Seiten und versöhnten sich schließlich. Die Befürworter des Strebens nach politischer Macht sahen ihren Irrglauben ein und gelobten Besserung. Zusammen beschloß man, sich wieder auf die reine Lehre zu besinnen. Doch als die Priester sich niedergeschlagen an die Aufbauarbeit machen wollten, verkündete einer von ihnen eine Prophezeiung: Die Priester dürften erst wieder seßhaft werden, wenn ihnen dies in einer Vision offenbart werden würde.

So kam es, daß die Überlebenden sich in kleine Grüppchen aufteilten und ihr Stammland verließen, um ihre neue Heimat zu suchen. Fast all ihrer Kraft beraubt, wurden es harte Jahre für die reuigen Priester. Die Elemente waren nicht mehr kooperativ, aber die Männer hatten sie lange genug studiert, um sie auch gegen ihren Willen kontrollieren zu können. Und wenn ihre Fähigkeiten als Elementaristen auch enorm waren, so waren sie doch nur ein bleiches Abbild ihrer einstigen Macht.

Eine kleine Gruppe von sieben Priestern, die einstmals alle dem unpolitischen Flügel der Priesterschaft angehört hatten, erreichte nach Jahrhunderten der Wanderschaft im Jahre 1133 das Land Winningen. Dort überkam sie die Vision, die sie so lange Zeit gesucht hatten. Hier würden sie einen neuen Tempel errichten.

Sie traten sofort in Verhandlungen mit dem Grafen des Landes, Roderik I. von Crombach, der bereit war, ihnen den gewünschten, unwirtlichen Landstrich zur Ansiedlung zu überlassen, sofern sie dessen Verteidigung übernehmen und Steuern entrichten würden. Die Priester stimmten zu und errichteten in der Provinz Duhnhall innerhalb eines Tages den gewaltigen, pyramidenförmigen Moriquar-Tempel.

Die verbliebenen sieben Priester nahmen den Schulbetrieb auf und begannen, Schüler zu suchen, denen sie ihre Lehre vermitteln wollten. Schon nach sieben Jahren war es ihnen möglich, sich aus dem Tagesgeschäft zurückzuziehen. Alle Positionen in der Priesterschaft waren exzellent mit neuen Männern besetzt worden. Ihr Wissen war in der umfangreichen Bibliothek niedergelegt, welche sie mit nach Winningen gebracht hatten. Der Fortbestand der Lehre des Moriquar und seiner Schüler war also gesichert.

Einfluß auf die Winninger Politik erlangte der Orden aber erst, nachdem Duhnhall 1182 zur siebten Provinz des Landes erklärt wurde und somit einen Sitz im "Großen Rat" erhielt. Duhnhall wurde dem Moriquar-Orden überschrieben.

Dieses war auch den Bemühungen Bernulfs von Crombach, dem Bruder des Grafen, zu verdanken, welcher schon früh Gefallen an der Lehre Moriquars gefunden hatte und 1179 zum Glauben konvertierte.

1185 erkrankte der Graf schwer, so daß Bernulf die Amtsgeschäfte als Regent übernahm. Seinen Berater wählte aus den Reihen der Priester: Taflon von Erea, später bekannt als die "Hand". Diese Entwicklung begünstigte, daß der Moriquar-Glaube in Adelskreisen schon bald die verbreitetste Religion war. Auf vielen Herrschaftssitzen gibt es seitdem eine kleine Moriquar-Kapelle und einen Priester.

In derselben Nacht, in der die Krankheit des alten Grafen ganz plötzlich und unvermutet ausbrach, wollten einige Zeugen auf einer Lichtung in einem Wald, ganz in der Nähe der Stadt, einige Hexen gesehen haben, die ein mysteriöses Ritual vollführten.

Untersuchungen ergaben, daß diese Hexen für die Krankheit des Grafen verantwortlich waren. Bernulf von Crombach und der Orden initiierten daraufhin eine landesweite Hexenverfolgung, um deren Treiben ein Ende zu bereiten. Nachdem alle Hexenzirkel vollständig aufgelöst wurden, kehrte wieder Ruhe im Lande ein.

1199 begab es sich, daß Gorzahn in der Provinz Eisenberg sein Unwesen trieb. Die Führungsspitze des Moriquar-Ordens angeführt von Taflon von Erea reiste daraufhin nach Eisenberg, um den Jester zu vernichten. Doch dieses Vorhaben scheiterte kläglich. Alle Hohepriester einschließlich der "Hand" verloren ihr Leben.

Aufgrund dieser katastrophalen Ereignisse zog sich der Orden gänzlich aus der Politik zurück, um eine Neuordnung vorzunehmen. Er verzichtete sogar auf seinen Sitz im "Großen Rat". Die Posten der Hohepriester mußten neu besetzt werden.

Wichtige Personen

  • El’Doraus van Ergon: Tempelvorsteher
  • Taflon von Erea: Die "Hand", Berater von Bernulf (verstorben)

Die Hierarchie des Ordens

Der oberste Moriquar-Priester in Winningen ist der Tempelvorsteher El'Doraus van Ergon. Ihm unterstehen alle Priester, alle Bediensteten, er leitet und hält den ganzen Tempel- und Schulbetrieb aufrecht. Dies hat zur Folge, daß ein Großteil seiner Zeit von Aufgaben verwaltungstechnischer Natur eingenommen wird.

Neben der eigentlichen Priesterschaft besitzt der Orden zudem noch eine Abteilung Krieger. Dies sind zumeist ehemalige Priesteradepten, deren Potential nicht ausreichte, die Elemente zu beherrschen. Diese stehen dann vor der Alternative, aus dem Orden auszuscheiden oder eine Laufbahn als Ordenskrieger einzuschlagen.

Das weibliche Geschlecht

Frauen ist der Zugang zu diesem Orden verwehrt, allerdings ist den Priestern keinesfalls der Umgang mit dem weiblichen Geschlecht verboten, auch wenn sie niemals heiraten. Man ist aber der Meinung, daß Frauen die Männer von ihren Studien zu sehr ablenken würden und es außerdem zu unerwünschten Rivalitäten kommen würde.

Verhältnis zu anderen Glaubensgemeinschaften, Göttern und Zauberkundigen

Da der Moriquar-Orden nicht eine Gottheit im eigentlichen Sinne anbetet, steht er anderen Glaubensrichtungen prinzipiell offen gegenüber. Vorausgesetzt wird natürlich, daß diese der guten, weißen Sache dienen. Dunkle Kulte werden nach Möglichkeit bekämpft.

Eines der obersten Prinzipien ist die Kontrolle. Kontrolle über den Körper, über den Waffenarm, über den Geist, über die Elemente. Deswegen steht der Orden aller Naturmagie, wilder Magie und Chaosmagie extrem ablehnend bis feindlich gegenüber. Zauberkundige, die nicht wirklich wissen, mit welchen Gewalten sie sich befassen, gehören unschädlich gemacht, ehe sie Unheil über die Menschen bringen können. Dazu zählen beispielsweise auch Hexen und Hexer. Das wenigste, was ein Priester tun würde, wäre die entsprechende Person zu belehren, und sie auf die Gefahren ihres Treibens aufmerksam zu machen. Akademiemagier finden Gnade in den Augen eines Moriquars.

andere Organisationen oder Institutionen:
Gerloner Befreiungsfront ]
Die Templer ]

Letzte Änderung am Donnerstag, den 17. Mai 2001 - ©2004 Phantastische Welten e.V. - [ email ]