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Stets sollt ihr streiten ehrenvoll und kämpfen gegen
die grüne Brut! Schlagt sie, wo ihr sie trefft, denn sie ist heimtückisch und
aggressiv.
Roderik I.,
Graf von Winningen
Mit diesen Worten eröffne ich dieses Tagebuch, welches
vom Bau der Feste Orkenwacht an bis in die Jahre geschrieben werden soll,
welche ich nicht mehr erleben werde.
Sigmar von Junkerswald
Auf Geheiß der Frau des Ältesten von Orkenstein,
Na’Tasha von Orkenstein, wurde im Jahre 1199 unseres Herrn Danae, mit dem Bau
der Feste Orkenwacht begonnen.
Sommer 1199
- Der Bau der Burg geht schleppend voran, wir liefern uns immer
wieder kleine Gefechte mit den hier hausenden Orks. Viele der Soldaten
erleiden schreckliche Wunden und wir mußten diesen Sommer schon 10 Soldaten
begraben. Doch schlimmer noch als der Verlust der Soldaten und die
Strapazen der Arbeit ist der Verlust des Ältesten von Orkenstein. Der Tod
dieses starken Mannes hat die Moral der Soldaten sehr angekratzt.
- Der Stein in der Mitte unserer Burg erzeugt seltsame
Erscheinungen. Ich glaube, diese hängen mit dem Jahrestag der großen
Schlacht vor 700 Jahren zusammen.
Herbst 1199
- Endlich bekommen wir Verstärkung aus dem Norden. Die Soldaten des
Grafen bringen auch neue Nachrichten mit. In Eisenberg soll ein mächtiger
Dämon von einer tapferen Gruppe Fremder vernichtet worden sein. Mehrere
Moriquar-Priester sollen dabei ihr Leben gelassen haben. Auch der recht
bekannte Wanderprediger Taflon von Erea. Der Herr von Eisenberg soll
ebenfalls gestorben sein.
- Ich beschließe eine Strafexpedition gegen die hier ansässigen
Orks.
- Die Verluste der Expedition halten sich in Grenzen, drei Soldaten
wurden getötet, zwölf verwundet und einen Soldaten vermissen wir. Die Orks
müssen sich nun ein neues Lager bauen, falls es nun noch welche in dieser
Gegend gibt. Ungefähr vierzig konnten wir erschlagen.
- Ein Bote erreicht unser Lager. Der Regent von Winningen, Bernulf,
die falsche Schlange, wurde des Hochverrates angeklagt und ist geflohen.
Der Graf ist von seinem alten Leiden genesen.
Winter 1199
- Die Botenverbindung zu unserer Burg scheint besser geworden zu
sein. Ich glaube, man hat uns doch noch nicht aufgegeben. Der Bote gibt
bekannt, daß Amalric de Gobignon der neue Regent von Winningen ist und
unsere Herrin Na’Tasha zur Hofmagierin nach Winningen-Stadt berufen wurde.
Hoffentlich wird sie all ihren Einfluß gelten machen, damit diese Feste
schnell fertig gebaut werden kann.
- Der Bau der Burg geht schlecht voran. Wieder haben sich Orks in
diesem Gebiet angesiedelt, aber wir vermuten, daß es immer noch der
gleiche Stamm ist, wie der, den wir im Sommer geschlagen haben.
- Die Kälte zerrt an unseren Kräften, die Maurer können kaum noch
einen Stein auf den anderen setzen und der Mörtel gefriert, bevor er
zwischen den Steinen getrocknet ist. Ich gebe den Befehl, für diesen
Winter den Bau an der Burgmauer einzustellen.
- Vater Danae hilf! Wir werden von dem hier ansässigen Stamm der
Orks belagert. Es scheint, als sei diesen Orks der Wintervorrat
ausgegangen und sie wollen uns nun als selbigen verwenden.
- Wir konnten den ersten Angriff der Kreaturen abwehren, mußten aber
dennoch schwere Verluste hinnehmen. Zwei unserer Armbrustschützen werden
vermißt.
- Meine Waldläufer, die ich ausschickte, erzählten mir, daß sich
ganz in der Nähe der Burg das Orklager befinden würde und daß die zwei
verschwundenen Soldaten dort gefunden worden sein. Die Bestien haben sie
bei lebendigem Leibe gegrillt und dann genüßlich verspeist.
- Ich schicke meine Waldläufer nach Winningen-Stadt, damit wir
Verstärkung bekommen.
- Unsere Verstärkung trifft ein und wir bereiten einen Angriff auf
das Orklager vor.
- Erfolg auf der ganzen Linie! Wir schlugen die Köpfe der Kinder
ein, schlitzten die Leiber der Frauen auf und spießten die Köpfe der
getöteten Orks auf unsere Lanzen. Nur ein kleiner Teil der grünen Brut
entkam unserem Überraschungsangriff.
- Neue Nachrichten aus Winningen-Stadt erreichen uns. Die
wunderschöne Tochter des Grafen, Yasmeen von Crombach, und ihr angetrauter
Mann, Alendus von den Höhen, kehren aus ihrem Exil Novo Caledonia zurück.
Frühling 1200
- Wir haben den Winter überstanden und der Schnee beginnt zu tauen.
Die Steine für die Feste gehen zu Neige. Ich beschließe, einen kleinen
Trupp nach Winningen-Stadt zu entsenden, um von unserer Situation zu
berichten.
- Vier Wochen sind vergangen und ich habe noch keine Informationen
aus Winningen-Stadt bekommen. Wir schicken einen weiteren Trupp durch
Orkenstein, um Kontakt mit der Herrin aufzunehmen.
- Endlich kehren unsere Soldaten heim. Der erste Trupp wurde von
Orks vernichtet, so erzählen es uns Soldaten der zweiten Gruppe. In
Winningen-Stadt hat man unsere Nachrichten empfangen und wir werden diesen
Frühling noch neue Steine bekommen. Weiterhin verbat uns Na’Tasha, die
Orks weiter anzugreifen. Einen Befehl, den ich respektiere, aber nicht
begreifen kann.
- Bretonien, unser Nachbar im Westen, droht unserem guten
Handelspartner Flandern mit einem Krieg. Der Regent will Flandern
unterstützen und ruft alle Bewohner Winningens zu den Waffen. Dies wäre
ein Krieg nach meinem Geschmack. Aber nein, wir sitzen weiter in
Orkenstein und schützen uns vor den Orks, die wir nicht bekämpfen dürfen.
- Der Bau der Burg macht wieder Fortschritte, nachdem die Steine aus
Winningtal eingetroffen sind.
- Neue Nachrichten erreichen uns. Winningen schließt einen
Freundschaftsvertrag mit einer Insel namens Yddland. Ich erfahre, daß der
Baron, welcher auf dieser Insel herrscht, der abtrünnige Ritter Berard von
Orkenstein ist. Er soll sich nun Berard von der Küste nennen.
Schleimbeutel!
Sommer 1200
- Na’Tasha, die Witwe des Ältesten von Orkenstein, heiratet den
Regenten Amalric de Gobignon. Somit wird sie mit zur mächtigsten Frau in
der Grafschaft. Ich kann nicht sagen, warum sie ausgerechnet den
hinterhältigen Windhund de Gobignon heiratet. Er hat zusammen mit meinem
alten Kriegskameraden Skyllos Hunderte von abtrünnigen Gerlonern einfach
aufknüpfen lassen, ohne mit der Wimper zu zucken. Sie wird diesem
skrupellosem Mann bestimmt nicht gewachsen sein und vielleicht wird sie an
ihm zugrunde gehen - arme Frau.
- Die Baronin besucht uns, um sich über den Fortgang des Burgenbaus
zu erkundigen. Sie ist eine wunderbare Lichtgestalt und ich glaube, ich
habe mich, mit meinen Vermutungen vertan. Die Baronin sagt, sie würde uns
in diesem Sommer beim Bau besonders unterstützen und ein paar Wochen auf
der Burg verweilen.
- Sie ist unvorstellbar mächtig. Mit ihren Zaubersprüchen ist es uns
gelungen, einen größeren Teil der Burg fertig zu stellen, als im ganzen
letzten Jahr. Noch nie habe ich gesehen, wie jemand ein Erdelement
beschwor, um ihm dann zu befehlen, die Mauersteine an die richtigen
Stellen zu setzen
- Aus dem Dorf Holzklau erreicht uns eine Hilfenachricht. Ein
Bewohner aus dem Dorf teilt uns mit, daß man die Dämonenhexe Mora wieder
gesehen hätte. Die Ernte sei zum Teil vernichtet worden und Kinder seien
mit dem bösen Blick in Berührung gekommen. Dies ist das erste Auftreten
dieser Kreatur seit meiner Stationierung hier in Orkenstein, doch ich habe
schon viel von ihr gehört und war darauf vorbereitet. Ich schickte sofort
meine Waldläufer zum nächsten Tempel des Moriquar-Ordens, um ihre Hilfe zu
erbitten. Und ich wurde erhört.
- Mit einem kleinen Truppenaufgebot marschierten wir nach Holzklau.
Rund um den Ort durchkämmten wir den Wald und verließen uns bei der Suche
nach der Hexe auf den Instinkt der Moriquar-Priester. In einer Nacht
verschwanden die zwei Priester spurlos. Nach tagelanger Suche fanden wir
die Zwei. Es war ein schrecklicher Anblick. Sie wurden kopfüber an einen
Baum genagelt und müssen schrecklich gelitten haben, bevor sie starben. In
Blut war auf ihre Gewandungen geschrieben: „Euer Blut für meine
Schwestern“. Wir suchten weiter nach der diabolischen Frau, doch fanden
wir keine weiteren Hinweise. Ich beschloß, den Rückweg nach Orkenwacht
anzutreten und einen Tag später erreichten wir die Burg.
- Baronin Na’Tasha hatte in der Zwischenzeit sehr gute Arbeit mit
dem Erdelementar geleistet. Wenn wir uns diesen Sommer noch beeilen,
werden wir es ganz bestimmt noch schaffen, die Feste nächstes Jahr im
Frühling fertigzustellen.
- Der Stein in der Mitte der Burg zeigt wieder seine seltsamen
Bilder. Es scheint, als spiele er immer und immer wieder die Schlacht von
Hador dem großen Elfenkrieger nach.
- Eben habe ich erfahren, daß die Baronin schwanger ist. Möge ihr
Kind genauso gütig sein wie die Mutter.
Herbst 1200
- Leider ist unsere Baronin abgereist, aber ich hoffe, sie wird uns
nächsten Sommer wieder besuchen.
- Neue Nachrichten aus Gerlon erreichen uns. In dem kleinen Ort
Wurmberg sollen große Vorkommen des magischen Metalls Mithril gefunden
worden sein. Viele Abenteurer sollen in den Ort gereist sein und haben in
den folgenden Tagen einen alten Orkschamanen befreit. Wohl ein Geist,
welcher wieder zu seinem Körper gefunden hat. Dann soll es einen großen
Angriff der Orks gegeben haben, welcher fast das Dörfchen vernichtet
hätte. Hoffen wir, daß man diesen Geist irgendwann zur Strecke bringt.
- Die Orks in diesem Gebiet sind erstaunlich ruhig. Ich glaube fast,
sie sind weggezogen.
- Nein! Meine Späher berichten, sie sind immer noch in dieser Gegend
anzutreffen.
- Mit der Heirat von Hanah von Burgbach und Graf Skar von Yddland
ist der südliche Teil der Provinz Orkensteins an den Fürsten Berard von
der Küste gefallen. Wollen wir hoffen, daß er nun seinen Ritterschwur
erfüllt, die Orks zu vertreiben. Seitdem tauchen hin und wieder ein paar
Yddländische Soldaten in unserer Feste auf, die auf dem Weg nach Süden
sind.
Winter 1200
- Ich wünschte mir, letztes Jahr wäre der Winter so ruhig verlaufen
wie dieses. Die Arbeiten an der Mauer sind fertiggestellt und es sind nur
noch ein paar kleinere Dinge zu erledigen. Nie hätte ich gedacht, daß es
möglich ist, eine Feste innerhalb von zwei Jahre zu bauen. Denn nächstes
Jahr werden wir die Burg fertigstellen und ich werde mich um ein neues
Kommando bewerben. Vielleicht werde ich dem Aufruf des Regenten folgen und
in das neu gegründete Winninger Expeditionskorps eintreten.
- Ich hätte der Ruhe nicht trauen sollen. Die Orks sind vor unseren
Mauern aufmarschiert und ich weiß nicht, ob wir diesen Angriff überleben
werden. Irgend etwas treibt den grünen Haufen. So geschlossen habe ich sie
selten gesehen.
- Nach zwei Tagen Belagerung marschierten sie weiter. Sie krümmten
keinem unserer Männer auch nur ein Haar, ich verstehe die Welt nicht mehr.
Sie marschierten nach Norden, angeführt von einem fast unscheinbaren alten
Ork. Nie sah ich einen Ork mit weißen Haaren. So alt werden diese
Kreaturen normalerweise nicht. Dieser Ork vollführte vor dem Abmarsch der
Orks ein paar Bewegungen und der Stein, der in der Mitte unserer Feste
steht, antwortete diesen Bewegungen mit seltsamen Tönen. Doch nichts
geschah uns, ich danke Vater Danae dafür.
Frühling
1201
- Die Aktivitäten der Orks nehmen immer mehr zu. Es scheint, als
lebten mittlerweile mindestens vier bis fünf Stämme in der Nähe unserer
Burg
- Die Baronin ruft dazu auf, daß sich im Sommer Gelehrte, Krieger
und sonstiges Volk auf der Burg versammeln sollen, damit dieser Stein in
der Mitte der Burg untersucht werden kann. Ich glaube, unsere Baronin
stößt an ihre Grenzen.
- Wir haben die Arbeiten an der Burg fertiggestellt und zur
Einweihung hoffen wir, daß unsere Baronin in Orkenwacht erscheint.
Sommer 1201
- Unsere Baronin nimmt an den Feierlichkeiten zur Burgweihe teil und
unser Priester weiht diese Burg im Namen Danaes. Wir verleben fröhliche
Tage und auch die Orks scheinen unsere Feierlichkeiten zu achten, denn
kein Ork taucht in der Nähe der Burg auf.
- Tage nach dem Fest verschärft sich die Situation. Die Frau des
Regenten ist zum Glück schon abgereist.
- Orks belagern uns wieder. Sie stellen Katapulte auf. Mir ist noch
nie ein Ork untergekommen, der Belagerungsmaschinen bedienen kann. Doch
sie beschießen uns. Ich schicke nach Hilfe und hoffe, daß meine Waldläufer
so schnell wie möglich Verstärkung holen können.
- Den ersten Angriff der Orks konnten wir abwehren, doch wir
erlitten Verluste. Mehrere Orks können Zauber wirken. Ein Phänomen welches
mir in all den Schlachten gegen die Orks nur äußerst selten untergekommen
ist.
- Sie bereiten wieder einen Angriff vor. Ich glaube, meine
Waldläufer sind nicht durchgekommen. Ich muß immer wieder an die
Armbrustschützen von vor zwei Jahren denken und hoffe, sie ereilte nicht
das gleiche Schicksal.
- Sie greifen an. Das Tor ist kaum noch zu halten. Ich begebe mich
in die Schlacht. Möge Vater Danae, mich zu sich nehmen. Ich hoffe, ich
werde noch weitere Worte in dieses Buch schreiben können. Aber schließen
werde ich mit dem Satz „Schlagt die grüne Pest, wo ihr sie trefft! Vater
Danae mit uns!“
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